Aktuelles aus Kirche und Kloster

Palmsonntag / A (5. April 2020)

Da es keine Möglichkeit gibt, gemeinsame Gottesdienste zu feiern, werden wir die Texte des heutigen Sonntages eingehender darstellen und wir bitten Sie, soweit es geht, sich auch der Medien zu bedienen. Es lohnt sich das von der Diözese Wien angegebne Portal zu öffnen:

 netzwerk-gottesdienst.at

 

Der Palmsonntag eröffnet die Karwoche.

Es werden die grünen Zweige (Palmzweige) gesegnet, die an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnern.

Wir segnen (im kleinen Kreis der Mitbrüder) auch die Zweige und stellen einen Korb dieser Zweige in die Kirche (rückwärts) zur freien Entnahme. Nehmen Sie einen Zweig mit nach ause und denken Sie an den Beginn der Karwoche, an die Gemeinschaft der Glaubenden und vergessen Sie nicht: die grünen Zweige sind Zweige der Hoffnung.
Es folgt der Text des Evangeliums: Mt 21,1-11

Im Wortgottesdienst wird heuer die Leidensgeschichte (Passion) nach dem Evangelisten Mt gelesen: Mt 26,14-27,66

Ein paar Anmerkungen zum Überlegen:

- Jeder der Evangelisten erzählt die Begebenheiten vom Sterben (und der Auferstehung) Jesu. Allerdings gibt es innerhalb dieser Überlieferungen verschiedene Unterschiede. Das erklärt sich daraus, dass jeder der Evangelisten Geschehens berichten will, aber das Interesse gilt weniger dem gebauen historischen Verlauf, sondern der entscheidenden Frage: Was ist der tiefere Sinn des schmachvollen Todes Jesu? Wie hat Jesus selber sein Leiden begriffen?  Was bedeutet sein Sterben für die Menschen, für uns? Somit stellt sich die Leidensgeschichte dar als "ein unter theologischen Aspekten verfasster Kommentar des Leidens und Sterbens Jesu" (A. Sand).

- Die Leidensgeschichte nach Matthäus:

*Die Rolle des Judas Iskariot. Er hat die Auslieferung Jesu geplant (30 Silberstücke sind der Preis für einen Sklaven). Jesus benennt ihn ausdrücklich als den, der ihn ausliefern wird (26,24) und spricht ein "Wehe!" über ihn. Als es zu spät ist, reut Judas seine Tat, er gibt das Geld zurück und erhängt sich (27,3-10). Wahrscheinlich - späteren Auslegungen zum Trotz - war Judas ein glühender Verehrer Jesu, der in ihn - falsche - Hoffnungen (solche revolutionär politischer Natur) setzte. Die Auslieferung ist wohl das Ergebnis seiner großen Enttäuschung. Theologisch wird er aufgerieben zwischen dem Plan Gottes (Sterben Jesu) einerseits und menschlichem Versagen andererseits. Ein endgültiges Urteil über seine Person zu fällen steht uns nicht zu.

*Die Rolle des Petrus. Da der Apostel im Mt-Ev eine herausragende Rolle spielt, wiegt auch sein Versagen (26,69-75) umso schwer wiegender. Die Szene ist auch an die LeserInnen adressiert: Vor einem Versagen ist niemand verschont, aber Umkehr und Reue sind immer möglich und schaffen eine neue Beziehung.

*Die sog. "Selbstverfluchung" der Juden (27,25): "Sein Blut - über uns und unsere Kinder!" Es handelt sich um eine feste Formulierung, die in solchen Zusammenhängen einprägsam darauf verweist: Die Verantwortung liegt ganz bei uns, diese übernehmen wir(!). Wenn wir den Text lesen, sollten wir uns bewusst werden, welche unheilvolle Folgen dieser Text in der christlichern Auslegungsgeschichte hatte.

*Jesus nimmt sein Leiden und Sterben bewusst auf sich. Das alles ist ja kein "Zufall", sondern längst im Plan Gottes festgelegt. Das verdeutlichen die häufigen Hinweise auf die Schrift (sog. "Erfüllungszitate"). Leiden und Sterben vollenden, was in der Taufszene gemeint ist, wenn Jesus davon spricht, dass er gekommen ist "due Gerechtigkeit ganz" zu erfüllen (vgl. Mt 3,15).

*Der Tod Jesu ist mit sog. apokalyptischen Zeichen verbunden (Vorhang des Tempels zerreisst; Tote gehen in der Stadt...): Es sind Bilder für das Eingreifen Gottes und den Anbruch einer neuen Zeit.

*Erwähnenswert sind die Frauen (keine Männer), die dabei waren (in der notwendigen Distanz). Sie waren Jesus bereits in Galiläa gefolgt. Als erste wird die Maria aus Magdala genannt.

*Die Szene der Grabwache kennt nur Mt. Sie soll dem Gerücht vorbeugen, dass jemand von den Seinen den Leichnam Jesu aus dem Grab entfernt hat und somit das Ganze (Auferstehung) nur ein Schwindel sei.

*Die Geschichte vom Leiden und Sterben enden in Wirklichkeit aber mit er Auferstehung!

Gründonnerstag (9. April)

Jesus versammelt die Zwölf zum "Letzten Aberndmahl" - in den Gestalten von Brot und Wein gibt er sich selber den Seinen. Das soll so gehalten werden für alle Zeiten "tut dies zu meinem Gedächtnis!" Er schenkt sich auch uns in den Gestalten von Brot und Wein. Wenn wir heuer auch nicht die Möglichkeit haben dieses große Geschenk (Eucharistie) real zu feiern, so versuchen wir seine Gegenwart und seine Liebe in unserern Herzen zu verankern.

Hinter allem steht der Geist der FUSSWASCHUNG: "Wenn ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe" (Joh 13,15).

Dann geht er hinaus in den Ölgarten -  es beginnt sein LEIDEN.

Karfreitag (10. April)

Heute wird keine hl. Messe gefeiert. Die Karfreitagsliturgie wird um 15.00 (oder später) begangen: Den Beginn bilden die Lesungen (vom "Gottesknecht" aus Jes 52,13-53,12) und die Leidensgeschichte nach dem Evangelisten Johannes.
Im zweiten Teil erfolgen die Großen Fürbitten des Karfreitags: die großen Anliegen der Welt, der Kirche und der Menschen im Einzelnen werden vor Gott getragen. Heuer hat Papst Franziskus noch eine zusätzliche Fürbitte hinzugefügt: die Bitte um die baldige Beendigung der Pandemie durch den Corona-Virus - derr Betroffenen, der Verängstigten, aber auch der materiell Gefährdeten soll in besonderer Weise gedacht wwerden.Den dritten Teil bildet - in Zenrtum des Krfreitages - die "Kreuzverehrung". Das Kreuz ist für uns Christen zum Symbol des Heiles und der Erlösung geworden, ugleich wird in ihm alle Bitterkeit und Unbegreiflichkeit des Leidens und Sterbens offenbar.
Den Abschluss bildet (meistens) die Kommunionfeier. Die hl. Kommunion wird ausgeteilt als Zeichen der Gemeinsamkeit mit Christus und untereinander.

Heuer gibt es leider keine gemeinsame Feiern, versuchen Sie, so gut es geht, für sich selber den einzelnen Stationen nachzugehen.

Karsamstag (11. April)

Der  Karsamstag war von jeher ein liturgiefreier Tag. Gottesdienste werden nicht gefeiert. Alles soll auf die Grabesruhe des Herrn hinweisen.